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Azubis, Umschüler & Externe

Aktualisiert: 16. Jan.


Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Auszubildenden, Umschülern und Externen?


Wer im Berufsbildungskosmos unterwegs ist, begegnet schnell drei Begriffen: Auszubildende, Umschüler und Externe. Alle drei wollen am Ende das Gleiche, einen Berufsabschluss nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung, aber ihr Weg dorthin ist deutlich unterschiedlich.


Damit du das sauber zuordnen kannst, schauen wir’s kurz sortiert an:


1. Auszubildende – der „klassische Weg“


Was bedeutet das?

Jugendliche oder junge Erwachsene, die eine reguläre duale Ausbildung in Betrieb + Berufsschule machen.


Kernmerkmale:


  • Vertragsverhältnis mit einem Ausbildungsbetrieb

  • Teilnahme an der Berufsschule verpflichtend

  • Regellaufzeit meist 3 Jahre (je nach Beruf + Verkürzung möglich)

  • Vergütung durch den Betrieb

  • Prüfungen: AP1 + AP2 (IHK/HWK)


Kurz gesagt:

Der Normalfall. Strukturierter, geradliniger Weg.


2. Umschüler – der berufliche Neustart


Wer ist das?

Erwachsene, die bereits im Berufsleben standen und sich neu orientieren, oft mit Förderung durch Jobcenter/Agentur für Arbeit.


Kernmerkmale:


  • Bildungsträger statt klassischem Ausbildungsbetrieb

  • Praxis über Praktika im Betrieb

  • Berufsschulpflicht entfällt, theoretische Inhalte übernimmt der Träger

  • Laufzeit meist 24 Monate

  • Keine Ausbildungsvergütung, sondern Förderung/Sicherung des Lebensunterhalts

  • Prüfungen ebenfalls AP1 + AP2, gleicher Abschluss wie Azubis


Kurz gesagt:

Der Turbo-Quereinstieg. Gleiche Prüfungen – andere Rahmenbedingungen.


3. Externe – der „Ich mach das ohne Umschulung“-Weg


Wer ist das?

Personen, die weder Ausbildung noch Umschulung machen, aber trotzdem zur Abschlussprüfung zugelassen werden wollen.


Das geht nach § 45 BBiG (Externenprüfung).


Zulassungsvoraussetzung typischerweise:


  • 1,5-fache Zeit der regulären Ausbildungsdauer im Berufsfeld nachgewiesene Tätigkeit

    Beispiel: 3-jährige Ausbildung → 4,5 Jahre Berufspraxis


Manchmal auch:


  • Branchennachweise

  • Zeugnisse

  • Praktikumsbestätigungen

  • Arbeitgeberbescheinigungen


Kurz gesagt:

Berufserfahrung ersetzt Ausbildung – aber Lernen und Prüfungsvorbereitung müssen Externe selbst organisieren.


Gleicher Abschluss – verschiedene Wege


Das Entscheidende, was viele nicht wissen:


Der Abschluss ist identisch.
Es steht später nicht auf dem Zeugnis, ob jemand Azubi, Umschüler oder Externer war.

Die Unterschiede liegen nur im Weg dorthin, denn ...

Wenn man Auszubildende, Umschüler und Externe miteinander vergleicht, sieht man, dass alle denselben Abschluss machen, aber die Rahmenbedingungen massiv unterschiedlich sind.


Auszubildende sind drei Jahre unterwegs. Sie gehen ganz regulär zur Berufsschule, bekommen eine Ausbildungsvergütung und arbeiten parallel im Betrieb. Die Praxis ist also fest eingebettet, die Theorie kommt überwiegend aus der Schule. Die Prüfung besteht aus AP1 und AP2 – so wie bei allen anderen auch.


Umschüler haben ein ganz anderes Setting: Die Umschulung dauert in der Regel 24 Monate, also deutlich kürzer als eine Ausbildung. Die Berufsschule entfällt komplett, weil der Bildungsträger den gesamten theoretischen Teil übernimmt. Die Praxis sammeln Umschüler über mehrere Praktika, die über die zwei Jahre verteilt sind. Statt einer Vergütung erhalten sie Förderung – je nach persönlicher Situation. Am Ende stehen aber ebenfalls AP1 und AP2.


Externe schließlich haben weder eine reguläre Ausbildung noch eine Umschulung absolviert. Sie haben sich ihr Wissen im Arbeitsalltag, durch Selbstlernen oder Weiterbildungen erarbeitet. Voraussetzung für die Prüfungszulassung ist in der Regel, dass sie 1,5-mal so lange im Berufsfeld gearbeitet haben, wie eine Ausbildung normalerweise dauert. Wie sie die Theorie erarbeiten, bleibt ihnen selbst überlassen , sie organisieren also alles eigenständig. Auch Externe legen dieselben Prüfungen ab.


Wenn man alles zusammenfasst, könnte man sagen:


  • Die Dauer unterscheidet sich deutlich: Azubis brauchen meist drei Jahre, Umschüler zwei Jahre, Externe je nach Berufserfahrung.

  • Die Theorievermittlung läuft bei Azubis über die Berufsschule, bei Umschülern über den Bildungsträger und bei Externen über Selbststudium.

  • Die Praxis entsteht bei Azubis im Ausbildungsbetrieb, bei Umschülern im Praktikum und bei Externen durch ihre bisherige Berufstätigkeit.

  • Die Finanzierung ist unterschiedlich: Azubis erhalten eine Vergütung, Umschüler werden gefördert, Externe verdienen meist im Job, während sie sich vorbereiten.

  • Am Ende machen alle dieselben IHK-Prüfungen.




 
 

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